Als Inselnation in Verbindung mit einer großen Anzahl an Gebirgen hatte Japan schon immer ein limitiertes Angebot an Land und Resourcen. Einerseits kann das natürlich ein Nachteil sein, aber auf der anderen Seite hat dies auch dazu geführt, dass Japan mit viel Kreativität versucht hat, möglichst viel aus dem wenigen gegebenen Platz zu machen. Dies zeigt sich wohl am besten in den vielen wundervollen Landschaftsgärten. Einer der drei schönsten des Landes ist dabei der Korakuen Garten in der Stadt Okayama.
Schönheit und Detailverliebtheit sind die Kernelemente japanischer Gärten und der Korakuen vereint diese in besonderer Weise. Lord Ikeda Tsunamasa veranlasste die Errichtung des Gartens im späten 16. Jahrhundert und letzterer wurde dann schließlich 1700 fertiggestellt. Die Anlage wurde vor allem als Ort für besondere Gäste und Rückzugsgebiet für die feudalen Lords der damaligen Zeit geschaffen. Obwohl der Garten im Laufe der Zeit durch den Krieg und Naturkatastrophen immer wieder Schaden nahm, wurde er jedes Mal liebevoll wiederaufgebaut, nicht zuletzt, da detaillierte Pläne vorhanden waren, mit deren Hilfe die Restaurierung leichter fiel.
Der Korakuen lässt die BesucherInnen das traditionelle Japan erleben. Die Burg Okayama befindet sich direkt daneben und bietet ein zusätzliches Fotomotiv. Das Renchi-ken Teehaus (angeblich der liebste Ort von Lord Ikeda selbst) existiert noch heute und erinnert an vergangene Zeiten.
Die natürliche Schönheit des Gartens bildet einen Kontrast zu den menschengemachten Gebäuden. Das Ryuten Pavillon, welches sich im Zentrum des Gartens befindet, bietet einen beeindruckenden Ausblick auf einen Stein-Wasserfall, der sich durch die Anlage schlängelt. Im Frühling ist das hölzerne Gebäude perfekt geeignet, um sich zu entspannen und von hier aus die blühenden Kirschbäume zu bewundern. Im Herbst findet man dagegen bunt gefärbtes Laub, gerade auf dem Yuishinzan Hügel direkt hinter dem Pavillon.
Der Frühling ist daher die beliebteste Zeit für BesucherInnen und der Park kann an manchen Tagen durchaus voll werden, wenn hunderte Menschen hier die blühenden Kirschbäume besuchen wollen und unter ihnen picknicken. Allerdings sollte einen das nicht abhalten, denn der große Andrang hat seine Berechtigung und es gibt kaum einen schöneren Ort, um dieses Spektakel zu erleben.
Zudem bietet der Garten auch eine große Anzahl an Tieren. Wie in den meisten japanischen Gärten gibt es hier Teiche mit farbenfrohen Koi Karpfen und Enten - beide können an manchen Orten auch mit speziellem Futter gefüttert werden. Eine Besonderheit sind die im Garten ansässigen Kraniche, welche zwar schon früher dort gelebt haben, im Zweiten Weltkrieg jedoch allesamt verstorben sind. Mit großer Mühe wurden sie erneut gezüchtet und im Garten angesiedelt, sodass sie diesen auch heute wieder bereichern.
Der Korakuen ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man unterschiedliche japanische Elemente zusammenfügt und Geschichte, Kultur, Schönheit und Ruhe miteinander verbindet. Daher verwundert es auch nicht, dass der Garten zu den drei schönsten des Landes zählt. Daher sollte er auf jeden fall auf deiner Reiseliste sein, wenn du Okayama besuchst!



