Die ersten Tage auf Sado

Reiten, Mochi und Bento bei den Reisfelder

Kitsunetravel99   - 7 min read

In diesem Blogeintrag erzähle ich über meine Erfahrungen auf der Insel Sado in der Präfektur Niigata. Ich habe dort bei einer Gastfamilie mit zwei Kindern gewohnt. Es waren ein neunjähriges Mädchen und ein fünfjähriger Junge. Außerdem hatte die Familie einen Hund names Champ und eine Katze names Chai. Ich bin nach Sado, weil ich gerne mit Pferden arbeiten wollte. Die Familie hatte jemanden gesucht, der sich um ihre vier Tiere (Rodina, Fripper, Sacchan und Hana) kümmert. Ich bin also zu Ihnen gezogen und war insgesamt drei Monate auf der Insel. Was ich alles so erlebt habe, könnt Ihr in diesem und in den folgenden Artikeln erfahren.

Mein erster kompletter Tag auf Sado war der 10.03.2020. Ich möchte euch in diesem Blogeintrag von diesem Tag und von den darauf folgenden Tagen erzählen.

Die Katze Chai hatte beschlossen, mich vor 6 Uhr morgens zu wecken, weil sie gestreichelt werden wollte. Und ratet mal, wer dann auf meiner Bettdecke eingepennt ist. Genau, die Katze. Nach einer Weile streicheln wollte ich weiterschlafen und habe sie vorsichtig von der Bettdecke gehoben.

Ich war noch sehr Müde von der Anreise und habe dann wohl bis 15 Uhr geschlafen und etwas spät Mittagbrot gegessen. Wir sind danach Stiefeln, Hose und Jacke für die Stallarbeit einkaufen gefahren. Nach dem Einkaufen habe ich geholfen, die Pferde zu füttern. Da es dann schon Abend war, gab es auch bald ein leckeres Abendbrot für uns.

Danach ging es für mich das erste Mal auf japanische Weise baden. Die Familie hat das Wasser mit einem Feuer unter der einbetonierten Badewanne erhitzt. Bevor ich in die Wanne steigen durfte, musste ich mich mit Wasser und Seife waschen, weil mein "Dreck" nicht in die Wanne kommen sollte. Also habe ich mit einer Schüssel das warme Wasser aus der Wanne geschöpft und mich so "abgeduscht". Danach konnte ich in die Wanne steigen und das schöne warme Wasser geniesen. Es war echt ein kleines Abenteuer auf diese Weise zu baden. Dann ging es frisch gewaschen ab ins Bett. Der erste Tag war geschafft!

Am nächsten Tag musste ich um 6:30 Uhr aufstehen. Davor hatte mich wieder einmal die Katze geweckt. Ich bin zuerst ins Wohnzimmer gegangen, um mich am Ofen aufzuwärmen, weil es echt kalt in der Wohnung war. Danach habe ich mich um die Pferde gekümmert. Meine Aufgaben waren Stall ausmisten und die Tiere füttern. Danach gab es Frühstück für die ganze Familie. Nach dem Frühstück durfte ich dann Sacchan reiten. Diese Pferdedame hat eindeutig ihren eigenen Kopf, weil sie immer wieder zurück zum Haus laufen wollte. Ich musste erstmal ihren Respekt gewinnen, so dass sie mich als ihren Reiter akzeptierte. Aber es hat trotz alledem Spaß gemacht.

Zum Mittagessen gab es dann Mochi. Wir haben sie sogar selbst gemacht °o°.

Es gab braune und weiße Mochi. Bei den braunen Mochi ist die Schale vom Reis mitgestampft worden. Ich durfte bei dem weißen Reis probieren, ihn mit einem Holzpflock in einer großen Holzschale zu zerdrücken, um die weiße Mochimasse herzustellen. Daraus haben wir mit der Hand kleine Kugeln geformt, die sogenannten Mochi. Die meisten haben wir dann in Anko und Kinako gewältzt und einige andere haben wir so gelassen, wie sie waren. Die haben wir dann mit Shoyu und Nori gegessen. Sie waren alle sehr sehr lecker!

Nach dem Essen haben die Tochter und ich Vokabeln gelernt. Sie hat mir einen Gegenstand gezeigt und mir das japanische Wort genannt. Ich habe es aufgeschrieben und ihr die englische Übersetzung genannt. Das ging so langhin bis zum Abendbrot. Danach habe ich noch gebadet und dann bin ich ins Bett gegangen. Auch der zweite Tag war interessant!

Am 12.03.2020 ging es wieder um 6:30 Uhr los. Wieder habe ich die Pferdeställe sauber gemacht und die Pferde gefüttert. Danach sollte ich einen Spaziergang mit dem Hund Champ machen.

Also sind wir losgezogen. Ich habe mich von ihm durch den Wald führen lassen und er hat mich bergan zu einer Rollenrutsche geführt. Dort gab es auch schöne Blumen, die ich fotografiert habe.

Beim Frühstück habe ich erfahren, dass wir zum Reisfeld der Familie fahren würden, um dort die Freunde der Familie und deren Kinder zu treffen. Dort angekommen habe ich mich allen vorgestellt und ich war überrascht, daß einige von ihnen gut Englisch sprechen konnten. Danach habe ich angefangen, Fotos zu schießen. Die kleine Tochter wollte die ganze Zeit gucken, wie die Fotos geworden sind. Das war etwas anstrengend.

Zur Mittagszeit haben wir uns um ein Lagerfeuer gesetzt und haben unsere Bento-Boxen ausgepackt. Es war echt gemütlich, am Feuer gemeinsam Mittag zu Essen. Danach haben die Jungs einen ganzen Haufen trockener Nadelzweige ins Feuer geworfen. Das ergab eine schöne Stichflamme.

Wieder zu Hause, sollte ich die Pferde in den Stall holen. Sie standen an der Rutsche, die ich beim Spaziergang gesehen hatte. Mein Gastfamilienvater meinte, daß es reichen würde, wenn ich Sacchan bloß rufe und die Stute würde dann gleich kommen. Aber nix da! Sacchan wollte nicht auf mich hören. Sie ist sogar vor mir abgehauen. Zum Glück hat sich Hana nach ca. 10 Minuten erbarmt und ist nach Hause getrottet. Die anderen Pferde sind Hana dann nachgefolgt. Im Stall angekommen, haben mein Gastfamilienvater und ich die Tiere noch mit Futter versorgt und danach gab es auch für uns Abendbrot. Was für ein Tag!

Kitsunetravel99

Kitsunetravel99 @kristin.scheer

EN: I was for eight month in Japan to make Work&Travel experiences. I like to inform you in my blog entries about my experiences and tell you in general what I experienced there. Have fun while reading!If you have questions don't be afraid to contact me! Also check out my Instagram account @kitsu...